September Nazare Las Palmas

29.8 -30.8 Nazare

Am 29.8. treffen unsere Freunde Hildegard und Meinhard aus Rosenheim ein. Abends geht es in das familiär geführte Marinarestaurant. Das Essen und die Getränke waren vorzüglich. Nach der ersten Nacht für Hildegard und Meinhard an Bordgeht es am Morgen auf Entdeckungstour durch Nazare. Die Marina liegt etwas außerhalb des Ortes, deshalb kann man die Schönheit von Nazare nicht auf Anhieb erkennen. Zuerst sieht man einen super breiten und 3 km langen Strand. Das Wasser ist natürlich immer noch nur 19 Grad kalt und die Wellen sind enorm groß und lassen ein freies Schwimmen nicht zu. Der Ort selbst ist ein kleinstadtähnliches Fischerdorf mit Touristik. Neue und alte Bauten wechseln sich angenehm ab. Die Versorgung und die Restaurants sind sehr gut. Marineshops fehlen allerdings ganz.

Das Highlight ist eine Kirche auf der Steilküste. Sie bildet das touristische Zentrum des Ortes und ist Umgeben von vielen Läden, Kaffees und Restaurants. Man kann auch mit einer Seilzugbahn ähnlich wie in Heidelberg hinauf gelangen. Von hier oben hat man einen einmaligen Überblick über den ganzen Ort und die Umgebung. Die Kirche wurde erbaut da hier König Henry der Seefahrer ursprünglich einen Hirsch jagte. Dieser sprang in seiner Angst die Steilküste hinunter und das Pferd Henrys wollte folgen. In diesem Moment erschien die heilige Maria und blendete das Pferd und Henry überlebte die Jagd. Aus Dank lies er an diesem Ort die Kirche errichten. 

Später pilgerte Vasco de Gamma zu dieser Kirche um sich Beistand für sein Abenteuer, die Entdeckung des Seeweges nach Indien über Südafrika, zu holen. Wie die Geschichte zeigt hat es gewirkt und er war ein gemachter Mann. Zurück ginges dann immer den Strand entlang bis zur Marina. Damit war ein wunderbarer Tag vorüber und damit die Eingewöhnungsphase für unsere Freunde zu Ende.

31.08 Nazare Penniche  25 nm

Am Morgen starteten wir in Richtung Süden nach Penniche, daß uns als Zwischenstation vor Lissabon (Cascais) dienen sollte. Das Wetter war als Einstieg gut. Wir starteten mit Maschine und konnten aber bald auf Segel umschalten. Die Wellen waren einen Meter hoch und der Wind 2..3 Bft. Langsam kamen wir in Richtung Penniche voran. Die Seekrankheit schlug natürlich bei unseren Freunden zu aber am Ende kamen wir alle wohlbehalten in Penniche an. Die Einfahrt in den Hafen war kein Problem. Die Marina ist aber total klein und bis auf einen äußeren
Ponton nicht auf Gäste eingerichtet. So legten wir uns ins Päckchen zu einem älteren Stahlschiff, daß gerade gewartet wurde. Essen gab es an Bord und so hatten wir nur den nächsten Morgen um uns beim Brötchen holen etwas die Stadt anzusehen. Sie ist wie Nazare ebenfalls eine kleine Fischerstadt mit Tourismus und sehr schönen alten Gebäuden sowie einer Festung. Man könnte durchaus länger bleiben wenn die Marina etwas mehr Platz böte und wir nicht nach Lissabon wollten.

01.09 Penniche Lissabon - Cascais 50 nm

Heute am ersten September sind Loni und ich nun schon 4 Monate an Bord von SY LONI 3. Bisher eine schöne Zeit mit viel Erlebnissen und angenehmen Besuch. Man hat endlich mal Zeit für seine Freunde, anders als im auch erlebnisreichen aber stressigen Business-Leben. Das Wetter wurde von Monat zu Monat auch immer besser, nur das Wasser ist noch zu kalt. Am Morgen werfen wir bei Nebel die Leinen los in Richtung der modernen Marina bei Lissabon, Cascais. Den Tipp erhielten wir von unserem Segelfreund Bert von der SY Heimkehr.

Bei circa 200m Sicht ging es nach Süden. Der Wind war mäßig und die Wellen waren quasi nicht vorhanden. Erst zum Nachmittag lösten sich die Nebelfelder und der Wind legte lokal auf 6 Bft (25 Kn) zu. Hildegard und Meinhard haben sich auch sehr gut an die Segelei angepasst und so wird es ein sehr schöner Tag auf dem Wasser.

In Cascais macht man als erstes an einem Rezeptionsponton fest und meldet sich an. Hier befindet sich auch die Dieseltankstelle. Alles sehr praktisch und komfortabel. Die Rezeption erinnert an ein 4 Sterne Hotel. Freundlich werden wir bedient und bekommen einen festen Liegeplatz zugewiesen. Die gesamte Marina macht einen sehr exklusiven ordentlichen Eindruck. Zwei Plätze weiter liegt ein dänisches
Schiff, daß ebenfalls an der ARC2014 teilnimmt. Ein kurzer Schnagg auf ihrem Schiff bei einem kühlen Bier rundet mein Anlegemanöver ab. Sie wollen ebenfalls nach Madeira und dann nach Las Palmas. Allerding wird hier in Lissabon noch die Crew getauscht.

Ein sehr schönes Dinner in einer von der Marina empfohlenen urigen original portugiesischen Schänke rundet den Tag ab. Als Abschluß bekommen Meinhard und ich noch einen 60 prozentigen Selbstgebrannten Trester, der uns wie Medizin bekommt. 

02.09 Hafentag und Besichtigung Lissabon.

Am Morgen geht es mit der S-Bahn nach Lissabon. Alles sehr schnell und bequem. Hildegard kennt sich hier aus und ist heute unser Reiseleiter. Über verschieden schöne Plätze im Zentrum geht aus auf die Festung. Den Aufzug finden wir nicht und so laufen wir bei ziemlicher Hitze den Berg hinauf bis zu Festung. Den Eintritt sparen wir uns, da man 45 Minuten nach einem Ticket anstehen muß und die Polizisten am Eingang nicht bestechlich sind. Also geht es wieder nach Unten. Wir schauen uns noch die Unterstadt und die Oberstadt von Lissabon an und fahren am Abend wieder zurück nach Cascais. Hier dinieren wir in einem wirklich edlen Fischrestaurant mit Austern, Hummer und sehr gutem Wein.

03.09 - 06.09  Cascais Madeira 530 nm

Jetzt geht es über den Atlantik nach Madeira. Die Wetterberatung sagt am Anfang wenig Wind und später auffrischenden Wind aber gegen an voraus. Na, da muß uns wieder mal die 110 PS starke eiserne Genua helfen. Eine Nauticat ist auch dafür gemacht. Wir rechnen mit 3,5 Tagen bis 4 Tagen Überfahrt. Am Anfang haben wir spiegelglatte See aber keinen Wind, wie vorhergesagt. Am zweiten Tag frischt es  auf aber direkt unserem Kurs entgegen. Teilweise versuchen wir durch abfallen zu segeln. Das gelingt auch ein paar Stunden aber wir verlieren zu viel Höhe zu Ziel. Also wieder motoren. Die Wellen werden langsam höher, sind aber mit ihren 2,5 m keine Bedrohung sondern schütteln das Schiff nur manchmal ordentlich durch. Hildegard geht es nicht so gut aber dank Reisetabletten steht sie es durch. Manchmal wird sie nachts in ihrer Koje im Vorschiff ausgehoben und dann wieder fallengelassen, je nachdem wie die Wellen kommen. Die Wache teilen wir uns gut auf, Meinhard und ich jeweils 4 Stunden und die Mädels von 8 - 12 Uhr. Damit wird die Reise entspannt. Am ersten Abend zaubert Loni noch ein leckeres Abendbrot. Das ist
aber am zweiten und dritten Abend unmöglich. Da gibt es höchsten Handwurst oder Handkäse und Brot. Durch Kreuzen verlieren wir Zeit und so entscheiden wir auf der Madeira vorgelagerten Insel Porto Santo unseren Landfall zu machen und am nächsten Morgen weiter zu fahren um bei Tag in die neue Marina Quinta de Lorde einzulaufen. Porto Santo ist 30 nm nord westlich von Madeira.

Das kommt mir auch ganz recht, da ich mir die Insel sowieso noch andehen wollte wegen des 9 km langen Sandstrandes und der schönen Umgebung. Gegen 17:00 machen wir in Porto Santo am 6.9 fest. Die Mitarbeiter der Marina sind hilfreich und freundlich. Die Marina selbst ist relativ klein aber gemütlich.

Nach einem zünftigen Bordessen, daß uns Loni zubereitet fallen wir erstmal müde ins Bett. Am nächsten Morgen wollen wir weiter.

07.09 .............  Hafentag

Am Morgen kontrolliere vordem geplanten Start nach Madeira den Maschinenraum und will auch noch Öl-Stand kontrollieren. Der Kraftstofffilter zeigte auf ein etwas starkes Ansaugvakuum an und so überlege ich auch den Filter zu ersetzen. Als erstes bemerke ich eine starke Hitze im Maschinenraum. Er dürfte eigentlich nur bis maximal 40 Grad warm werden und über Nacht sollte er ausgekühlt sein. Er lag aber immer noch bei 40 Grad. Sofort merke ich, daß die Batteriebank sehr heiß ist. Ich öffne diese und sehe das Desaster. Die starken 225 Ah AGM Batterien und die 160 Ah AGM Starterbatterie alle von Mastervolt sind aufgeplatzt und teilweise geschmolzen.

 Kein Gerät hat eine Anomalie angezeigt. Die Kapazität stimmt die Ströme und Spannungen stimmen und doch dieses Dilemma. Ich schalte
erstmal die Batterieladung ab und eröffne unseren Freunden, daß wir hier bleiben müssen. Natürlich kann man die 30 nm auch auf Sicht fahren, aber warum ein Risiko eingehen. Wenn etwas kaputt ist muß man erstmal die Ursache ermitteln und dann das Problem fixen.  Der Nauticat
Werfteigner Kaj Gustafson, inzwichen ein guter Freund von uns geworden ist natürlich auch an diesem Sonntag sofort sprechbar und wir vereinbaren für den morgigen Montag eine Telekonferenz mit den Spezialisten in Turku/Finnland. Sie sitzen am Montag ab 07:30 zusammen und beratschlagen über mögliche Ursachen und Maßnahmen.  Ich selbst studiere ebenfalls die Stromlaufpläne und wir kommen zum gleichen Ergebniss.

Die Batterien müssen getauscht werden. Das kann natürlich 2 Wochen dauern da sie nicht mit dem Flugzeug transportiert werden können.

DieBatteriebank mit 3 225 Ah Batterien und einer 190 Ah Batterie muß von der Werft aus belüftet werden. Diese Belüftung wurde offensichtlich vergessen und muß nun nachgerüstet werden.

Die Lichtmaschine des Motors lädt die Batterien direkt, steuert zwar seinen Ladestrom entsprechen Temperatur und Ladezustand, sollte aber doch nach 10 h Dauerbetrieb deaktiviert werden. Hier muß ein kleiner Schalter eingebaut werden.

Die Werft sendet das Material, die ansääsige Werft hier in Porto Santo bestellt die Batterien und bearbeitet die mechanischen Aufgaben. Ich erledige die elektrischen Aufgaben.

So ist Alles erstmal geplant und angeschoben. Jetzt hoffen wir, daß alles Material eintrifft und wir in 2 Wochen weitersegeln können.

Die Zwischenzeit nutzen wir um uns Porto Santo und Madeira (per Fähre und Hotel) anzuschauen. So versuchen wir den Zeitverlust in Grenzen zu halten. Zurzeit genießen wir das 24 Grad warme Wasser und den schönen 9 km langen Sandstrand, der direkt an der Marina beginnt. Auch die täglich angebotene Inselrundfahrt im offenen Bus haben wir genossen und natürlich die wirklich guten Restaurants. Am Samstag soll es dann mit der Fähre nach Madeira gehen. Tickets für die Fähre und das Hotel haben wir bereits bestellt.


13. bis 18. September - Überfahrt nach Madeira für 5 Tage

Die Überfahrt beginnt abends 20:00 mit einer mittleren komfortablen Fähre und  ist nach 2,5 Stunden bei wunderschönem Abendwetter beendet. In das Hotel geht es per Taxi. Es ist ein schön gelegenes 4 Sterne Hotel mit direktem Blick auf das Meer. Eine ideale Ausgangsbasis für unsere geplanten Touren. Ausgeruht am nächsten Tag schauen wir uns zunächst Funchal an. Die Marina ist entsprechend voll und ziemlich eng. Wir erkundigen uns für ein deutsches Seglerpaar, Joana und Marcel inwieweit man im Voraus einen Platz in der Marina bestellen kann. Mit einem Vorhalt von einer Woche ist dies ohne weiteres möglich. Die Stad selbst ist sehr quirlig mit ihren vielen Touristen. Diese kommen vor allem aus Deutschland, England und Frankreich. Überall ist es schön grün mit vielen bunten Blumen. Am Abend lassen wir uns von einem freundlichen Taxifahrer in einem traditionellen Restaurant absetzen, wo wir als unbedingtes "Muß" einen hiesigen Fleischspieß probieren. Er war von
bestem Rinderfillet , super leicht angebraten (medium rare) und mit Butter und frischen Lorbeerblätter abgeschmeckt. Es war ein kulinarisches Erlebniss.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Mietwagen in den Ostteil der Insel. Wir sehen die künstliche Rollpiste des Flughafen an und die darunter liegende Bootswerft. Die Schiffe die dort an Land stehen sind selbst vor Regen geschützt. Dann geht es weiter zur relativ neuen Marina Quinta de Lorde. Sie ist ebenfalls der Eigentümer der Porto Santo Marina. Katja die Managerin empfängt uns sehr freundlich. Sie ist zugleich die Repräsentantin des Trans Ocean Clubs. Die gesamte Marina macht einen guten freundlichen Eindruck. Mit entsprechender Anmeldung bekommt man auch einen Liegeplatz. Hier treffe ich auch Ian, einen 78 jährigen englischen Sailor der ähnliche Probleme mit AGM Batterien in seinem 40 Jahre alten Schiff hat. Für ihn richte ich später Grüße an unseren Liegeplatznachbarn Muerin in Porto Santo aus. Wir sehen uns alle in der darauf folgenden Woche bei  gegenseitigem Supper Essen in Porto Santo wieder. Der Ort um die Marina ist als Feriendorf neu erbaut und wirkt etwas wie aus der Retorte.

Am Ostende der Insel Madeira gibt es imposante Riffe und Felsengruppen. Die Wanderwege sind sehr gut ausgebaut, allerding können wir diese nicht richtig geniesen, da es sehr stark regnet. Wir setzen die Fahrt fort in den Norden der Insel mit spektakulären Schluchten, Bergen, abschüssigen Straßen und wunderschöner grüner und bunter Flora. Am folgenden Tag schauen wir uns die imposante Hochebene von Madeira und die künstlichen Wasserkanäle, die Levadas an. Diese sind vergleichbar mit den Kanälen in Meran in Süd Tirol. An der Küste besichtigen wir noch einen Wasserfall, der aber etwas migrig wirkt.

Den letzten Tag nutzen wir nochmal in Funchal. Wir fahren auch mit der Schweizer Drahtseilbahn in die Ausflugsortschaft Monte hinauf. Von dort kann man mit einem Kufenschlitten wieder hinunter fahren, natürlich begleitet von kräftigen Männern die den Schlitten steuern. Für diesen Spaß hatte aber Loni keinen Sinn und so sind wir den Berg wieder hinunter gelaufen.  Ein kräftiger Muskelkater am nächsten Tag war dann das Resultat.

Schon waren vier Tage Madeira vorbei und am Morgen gegen 08:00 ging unsere Fähre zurück nach Porto Santo.

  18. bis 26. September Porto Santo

Wir sind wieder zurück auf unserer Insel Porto Santo. Wir haben sie echt lieben gelernt mit ihrem schönen Strand , dem klaren warmen Wasser und den freundlichen Menschen. Am Freitag laden wir Joana und Marcel auf einen Sundowner und einen kleinen Imbiss auf unser Schiff ein. Sie bringen ebenfalls ihren kleinen Bordhund mit, der sich sofort an Bord wohlfühlt. Joana und Marcel sind bisher im Mittelmeer gesegelt und gehen nun auf große Fahrt Richtung Kanarische Inseln und Brasilien. Es wird ein gemütlicher Abend. Sie werden in wenigen Tagen ablegen Richtung Funchal.
Ihr Boot ist haben sie von einem Langfahrt-Segler übernommen. Man sieht auf Anhieb die Eignung für lange Strecken. Am kommenden
Mittwoch sollen nun unsere Batterien von Lissabon über Madeira hier ankommen. Noch sind wir im Zeitplan. Nelson der Marina Manager bereitet mit seinen Leuten eine neue Batteriebox vor. Sie wird etwas größer und mit einem von Nauticat gesendeten Lüfter beschickt. So haben die Batterien Luft und die Luft hat genug Platz zum Umströmen der Batterie. Ich baue eine geschaltete Deaktivierung der Lichtmaschine sowie die elktrische Versorgung des Lüfters ein. Man glaubt gar nicht wie viel Arbeit das Verlegen eines neuen Kabels in einem Schiff bedeutet. Ich verliere Gewicht und werde mit der Zeit immer gelenkiger.

Zwischendurch trifft Ian mit seinem Schiff von Madeira ein. Das ist ein guter Anlass für Mueri, seinem Seglerfreund uns gemeinsam zu einem englichen Supper (Abendessen) auf sein Schiff eizuladen. Ganz ohne weibliche Hilfe (seine Frau kommt erst nach Madeira in einigen Tagen) zaubert er ein wirklich gutes Abendessen aus seinem Vakuum-Kochtopf. Er will mit seiner 32 Fuß unsinkbaren Etapp um die Welt nach Neuseeland segeln. Ian, ebenfalls Engländer lebt mit seinen 78 Jahren auf seinem Boot in La Gomera. Dies alles sind interresante  Lebensmodelle. Einige Tage
später revanchieren wir uns und Loni bereitet einen köstlichen ungarischen Kulasch und ein "Musse au chocolade" zu. Alle sind begeistert. Am nächsten Morgen stechen beide Engländer in See und lassen uns allein auf Porto Santo zurück.

Mittlerweile kündigt sich ein nächstes Problemfeld auf unserem Schiff an.  Die elektrische Toilette funktioniert nicht mehr. Nach intensiver Fehlersuche handelt es sich zum Glück nur um eine Rohrverstopfung, die ich mit geeignetem Werkzeug hoffentlich bald beseitigen kann. Die Arbeit
wird also nicht weniger.

Inzwischen sind die Batterien eingetroffen, die Elektrik ist bereit und die Box ist fertig. Nun beginnt der Einbau des Systems. Vier Batterien zu je 65 Kg müssen in den Maschinenraum transportiert werden. Zum Glück hat Nelson junge kräftige Helfer und so ist die Arbeit recht schnell getan. Alle haben großen Einsatz gezeigt. Mit Patrick von Nauticat stimme ich ab, daß ich Meßreihen über den Temperaturverlauf im Maschinenraum und in der Box erstelle um aus dem Fehler zu lernen.

Am letzten Abend vor der Überfahrt besuchen wir nochmal unser Lieblingsrestaurant direkt am Strand. Hier waren wir ebenfalls mit Hildegard und Meinhard.

26. September Überfahrt nach Las Palmas

Nach großer Verabschiedung von allen geht es nun los zu Lonis letzter Überfahrt. Danach wird sie nach Deutschland fliegen. Wir sehen uns dann Weihnachten nach der Atlantiküberfahrt wieder. Mit Nelson vereinbaren wir ein Wiedersehen irgendwann. Porto Santo könnte eine Alternative zur Karibik irgendwann einmal sein. Außerdem will mir Nelson mal die Requirements für eine ordentliche Marina-Software zuspielen. Vielleicht lässt sich ja ein neues Business aufmachen.

Die Marina Belegschaft hat uns hier viel geholfen. Es war ein sehr guter Platz um einige Zeit hier zu verbringen.

Langsam verschwindet die Insel am Horizont. Wir lassen Madeira steuerbord liegen und nehmen Kurs auf Las Palmas. Leider lässt uns der Wind im Stich.

26. September bis 19.Oktober über Selvagem Grande nach Las Palmas

Am Abend kommt die kleine Vogelinsel Sevagem Grande in Sicht. Die Insel darf man nur mit einer gekauften Erlaubniss betreten aber Ankern ist erlaubt. Der Ankerplatz ist allerdings auf 5...6 Schiffe platzmäßig beschränkt. Die Insel wird von einer Vielzahl von Vögeln bewohnt und von zwei Pflegern bewacht. Sie liegt mitten im Atlantischen Ozean 180 sm sse von Madeira und 130 sm nnw von Las Palmas und ist nur wenige hundert Meter im Durchmesser. Wir ankern gemeinsam mit einem Katamaran in der idyllischen Ankerbucht. Das Wasser ist glasklar, bei 13 m sieht man den Anker und die Kette sehr gut. Es wird ein wunderbarer Abend. Am Morgen haben wir etwas mehr Wind aus nördlichen Richtungen, der uns angenehm nach Las Palmas schiebt.  Nach einer weitern Nacht kommen wir wohlbehalten in Las Palmas an. Der Hafen bereitet sich auf die ARC vor. Wir bekommen einen guten Liegeplatz bis zum Start der ARC am 23. November.

Jetzt wird es Zeit Loni zum Flughafen zu bringen und Gottfried abzuholen. Loni fährt bis Januar nach Hause um sich um Haus, Hof und Familie zu kümmern. Gottfried kommt um mir Gesellschaft zu leisten. Loni hat es nun über 5 Monate auf dem Schiff ausgehalten. Eine klasse Leistung, danke.

Nachdem sich Gottfried einen Tag akklimatisiert und wir eine kleine Inselrundfahrt per Mietwagen absolviert haben, geht es Segel auf in den Südteil von Gran Canaria. Hier erleben wir das erste mal den von meinen englischen Segelfreunden beschriebenen Düseneffekt der Insel. Plötzlich verstärkt sich der achterliche Wind auf sage und schreibe 40 Knoten. Durch die achterliche Einwirkung geht es aber mit gerefften Segeln gut auszuhalten. Wir fliegen quasi über 2..3 m Wellen. Ein wunderbares Gefühl. Nach 2 oder 3 Stunden ist der Spuk vor  bei , wir sind im Süden angekommen und freuen uns , daß überhaupt noch ein Wind weht.   Der erste Hafen ist Pasito Blanco. Er erinnert ein bisschen an Quinta de Lorde in Madeira. Ebenso retortenmäßig aufgebaut. Restaurants gibt es nur in Form eines kleinen Imbiss der 19:00 schließt. Aber der nautische Service ist gut und ich würde hier auch mit ruhigem Gewissen mein Schiff längere Zeit lassen.

Am nächsten Tag geht es nach Mogan. Eine kleine natürlich gewachsene Hafenstadt  im Süden der Insel. Vorher war es natürlich ein Muß in Anfi zu ankern. Wir haben sehr gut hier gebadet um dann in Mogan einzulaufen. Um auf Gran Canaria um diese Zeit Liegeplätze in Häfen zu bekommen sollte man im Voraus eine Reservierung tätigen. In Mogan gehen wir abends schön essen um am nächsten Morgen im Uhrzeigersinn die Insel
weiter zu umfahren. In Mogan liegen wir das erste mal auf der ganzen Reise an einem Festkai und spüren deutlich die Auswirkung der Tide auf die Spannung unserer Leinen. Hier sollte man Obacht geben damit sich das Schiff nicht am Kai aufhängt. Die Tide beträgt ca. 2m.

 Die weitere Umrundung der Insel muss leider mit Motor erfolgen, aber so können wir das Schiff in allen Betriebsarten gut erproben. In Las
Palmas angekommen, verwöhnt mich Gottfried erst mal mit einem super Frühstück. Es ist fast wie bei Loni. Danach gehen wir beide an die Absolvierung unserer Vorbereitungsliste für die Überfahrt. Gottfried hilft kräftig mit. Neben kleinen Reparaturen an der Spray Hood und an der elektrischen Toilette entdecken wir noch einen Mangel der Werft, kaufen Ersatzteile und  Gottfried erstellt einen Speiseplan für die Überfahrt u.s.w..

So vergeht die Zeit rasend schnell und ich bin wieder allein auf dem Boot. Ich überlege und diskutiere und komme schließlich zu dem Ergebnis auf Loni3 noch eine Windfahnensteuerung  installieren zu lassen. Sie steuert völlig autark das Schiff, verbraucht keine elektrische Energie und kann auch als Not Ruder fungieren. Nebenbei sparen wir Diesel und können so unseren Aktionsradius dementsprechend erweitern.

Nach der Abarbeitung aller Aufgaben bestell ich mir noch einen Flug nach Deutschland und werde nochmal eine reichliche Woche zu Hause sein bevor die letzte Etappe vor der Überfahrt beginnt.

29. Oktober bis 23 November Las Palmas

Nun ist es soweit, die letzte Etappe der ARC Vorbereitung hat begonnen. Gemeinsam mit Gerd sind wir von Leipzig nach Las Palmas geflogen. Der gute Geist für alle Segler in Las Palmas , Rene hat uns vom Flughafen abgeholt und zum Hafen gebracht. Die Hydrovane ist noch nicht fertig installiert. Nach ein Paar Tagen ist auch dies geschafft und wir können den Windpiloten bei 2..3 m Welle und 28 Kn Wind im Vorfeld von Las Palmas ausprobieren. Das tun wir gemeinsam mit dem Sturmsegel. Allerdings ist der Wind zu schwach für das Sturmsegel und so erreichen wir nur
3 kn Fahrt. Aber wichtig war es dieses Equipment mal auszuprobieren. Der Windpilot arbeitet sehr gut und so können wir unseren Törn nach Fuerte Ventura planen.

Nach ein paar Tagen geht es dann los nach Fuerte. Der wind hat auf ENE gedreht, d.h. wir fahren hart am Wind, der mit 28 .. 30 kn weht. Der Windpilot tut trotzdem seinen Dienst gut nachdem wir das Boot gut ausgetrimmt haben. Bei den 30 kn Wind bekommen wir zum Glück nicht auch noch die Winddüse SW von Fuerte zu spüren. Bei Puerto de Morro Jable machen wir halt und wollen eigentlich in der schönen Ankerbucht östlich vom Hafen ankern. Der Wind weht aber stark von Osten und so haben wir keinen Schutz vor den Wellen und ankern im alten Hafenbecken.
Naja die Umgebung des Hafens bietet nicht viel schönes und so fahren wir am Morgen weiter nach Grand Tarajal. Wir machen in einem sehr schönem Hafen fest. Östlich davon gibt es auch eine schöne Ankerbucht aber bei Ostwinden bietet auch sie keinen guten Schutz.

Am Abend wird hier ein großes Musikfestival durchgeführt. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Besuch und werden nicht enttäuscht. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Grand Tarajal ist eine kleine sehr schöne Hafenstadt mit sehr guten Restaurant. Besonders das am Hafen hat es uns angetan. Schnell vergeht die Zeit und wir fahren wieder Richtung Las Palmas. In der Ankerbucht von Morro Jable machen wir einen Ankerstop über Nacht ohne das von Rene angepriesene Mexikanische Restaurant an der rechten Seite der Gaststättenmeile zu besuchen. Morgens geht
es beizeiten weiter nach Las Palmas. Auf dieser Strecke haben wir unseren ersten Angelerfolg. Gerd fängt einen 60 cm langen Bonito (kleine Tunfischart). Er wird mit einem Schluck Rum hinter den Kiemen betäubt und fachmännisch ausgenommen. Einen Teil essen wir am Mittag roh als Sashimi mit Sojasoße, den anderen am Abend gebraten. Alles schmeckt sehr gut und frisch.

 In Las Palmas beginnen jetzt die Sunddowner Parties und die letzten Vorbereitungen. Wir melden uns an und lernen viele Leute kennen. Gerald und Martina von der Tanoa sehen wir auch wieder. Sehr interessant sind auch die vielen Seminare. Wir haben einen ganzen Tag daran
teilgenommen. Die Themen gehen von Sicherheit, Rigging, Proviant bis zu ARC richtig erleben.  Sehr interessant für mich war der Vortrag zur Pflege des Riggs nach dem Motto "Watch your rigg so you will be save".

Dierestlichen Tage vergehen mit der letzten Kontrolle aller Systeme. Das Putzen des Unterwasserschiffes habe ich schon und Fuerte gemacht.

Gut fand ich auch Raymarine die ein komplettes Softwareupdate für ihre Geräte eingespielt haben und anschließend an der Seeerprobung teilnahmen. Auch die Leute von Hydrovane kamen an Bord und haben uns viele gute Tipps gegeben. Jörg von der Funktechnik hat unsere SSB Antenne optimiert. Mal sehen ob wir jetzt noch besser mit Klaus in Deutschland funken können.

Eine große Aufgabe ist auch das Verproviantieren des Bootes für die Überfahrt. Gerd und ich gehen mit der von allen Crewmitgliedern abgestimmten Proviantliste zum Supermarkt El Corde Ingles. Ein deutsch sprechende Supportmanager hilft unsbeim Auffinden der richtigen Produkte. Die vier vollen Einkaufswagen werden von den Mitarbeitern schnell in Kisten gepackt und am nächsten Tag angeliefert. Gerd und ich räumen alles in das Boot in eine spezielle Kabine auf der Backbordseite. Danach krängt das Boot etwas nach backbord. Das werden wir mit dem Dieselverbrauch ausgleichen.

Am Mittwoch dem 19.11 Treffen Horst und Gerald von Deutschland ein. Unsere Crew ist nun vollständig. Horst und Gerald stellen wir bei der abendlichen Sundowner Party vor. Am nächsten Tag binden wir sie in den Borddienst ein. (Gas besorgen, ins Rigg gehen, etc.)

Abends bekommen wir dann noch Besuch von der Tanoa mit ihrem Gast Andy. Den haben wir schon in Kiel im Juni kennengelernt aber nicht wieder erkannt. Er hat sich inzwischen die Haare abgeschnitten.

Heute am 21. November ist die Fare well Party . Dafür reist extra Dietmar von der Summer über Deutschland hier an. Sein Boot liegt im Süden von Gran Canaris. Wir werden versuchen ihn mit zunehmen, da er nächstes Jahr mit seiner Frau Katja an der ARC teilnehmen wird.

Morgen gibt es das letzte Crew Abendessen an Land und dann ist es schon Sonntag der 23. November 13:00   und damit der Start
unserer Gruppe.

Wegen einem durchziehenden Sturms wurde der Start auf den 24. November 11:00 verschoben. Dann geht es endlich los.




   



Fotogalerie: September Nazare Las Palmas

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12.09.2014 19:29
Jetzt geht es über den Atlantik nach Madeira. Die Wetterberatung sagt am Anfang wenig Wind und...

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